Gemeiner Beinwell

Symphytum officinale Rauhblattgewächse

Der Gemeine Beinwell, Symphytum officinale (obere Bild) sowie Symphytum x upplandicum (untere Bild) enthalten mindestens 8 giftig wirkende Pyrrolizidinalkaloide.

 

Giftstoffe, Wirkung und Symptome:
Beinwell ist eine wertvolle Heilpflanzeinnerlich darf er aber wegen der Pyrrolizidinalkaloide nicht verwendet werden und äußerlich, als Umschlag nur, sofern keine Hautverletzungen vorliegen. Auch in der Schwangerschaft darf Beinwell nicht angewendet werden. Innerlich eingenommen wandeln sich die  Pyrrolizidinalkaloide mittels Enzymen in der Leber in Giftstoffe um. Es ist ein Fall bekannt, wo eine schwangere Mutter regelmäßig Beinwelltee zur Gesundheitssteigerung getrunken hat. Ihr Kind starb 2 Tage nach der Geburt an Leberversagen. Schuld am Tod waren nachgewiesener Maßen die Pyrrolizidinalkaloide (Quelle: Pharmazeutisches Institut der Uni Bonn). Eine Bekannte von uns hat einmal mehrere Tassen Beinwell-Tee getrunken, sicher in der Annahme sich etwas Gutes zu tun. Das Ergebnis war, dass sie Stunden danach noch sehr desorientiert war und auch teils wirr gesprochen hat. In Tierversuchen wurde eindeutig nachgewiesen, dass Beinwell Leber- und Blasenkrebs auslösen kann.

Tiergiftig:
Gefährdet sind vorwiegend Weidetiere und am meisten Pferde. Da das Jakobs-Kreuzkraut ähnliche Giftstoffe enthält, ist auch von einem ähnlichen Vergiftungsverlauf auszugehen. Weitere Informationen zur Vergiftung mit  Pyrrolizidinalkaloiden finden Sie >> hier. So wie auch beim Jakobs-Kreuzkraut bleiben die Giftstoffe auch nach dem Trocknen, somit im Heu, weiterhin aktiv. Laut Dr. Wiedenfeld von der Universität Bonn ist der Alkaloidgehalt, also der Giftgehalt, beim Beinwell sehr unterschiedlich hoch. Zum einen gibt es Unterschiede bei den Arten, zum anderen hängt es vom Standort ab. Beinwell aus Südeuropa hat gewöhnlich einen höheren Alkaloidanteil, als Pflanzen, die aus dem Norden stammen.

Weitere Informationen zum Beinwell finden Sie hier