Gemeiner Augentrost

Euphrasia officinalis (Euphrasia rostkoviana)

Der Augentrost ist eine recht unscheinbare Pflanze, die einem nicht unbedingt sofort auffällt. Der Augentrost ist ein Halbschmarotzer, mit seinen Saugwurzeln zapft er die Nährlösung von Gräsern an, die in seiner Nähe wachsen. Der Augentrost wächst 10 bis 20 cm hoch, auffällig ist der gelbe Fleck auf der dreilappigen Blüte. Man findet ihn auf Wiesen und an Wegrändern, in lichten Wäldern und in Gebirgen bis zu 3000 m. Augentrost wächst in ganz Europa.
Die Pflanze enthält ätherisches Öl, Gerbstoff, Glycoside, Flavonoide und auch Bitterstoffe. Die Homöopathie nutzt die Wirkung des Augentrostes bei Augenentzündungen und auch in der Volksmedizin nahm man die Pflanze bei Augenspülungen, kein Wunder also, woher ihr Name kommt. Apotheker M. Pahlow empfiehlt in seinem Heilpflanzenbuch den Augentrost vermischt mit gleichen Teilen Kamille als warmen Umschlag beim Gerstenkorn im Auge. Aber auch bei Bronchitis und Schnupfen fand der Augentrost früher Anwendung. Auch Kräuterpfarrer Kneipp empfahl den Augentrost als magenstärkendes Mittel.
Im mittelalterlichen Kräuterbuch des Tabernaemontanus steht zu lesen: „Wann diß Kräutlein anfanget zu blühen / soll man es sammeln / und ein Wasser daraus brennen. Diß Wasser wird fürnemlich gebrauchst zu den dunklen und blöden Augen / dieselbige klar und lauter zu machen: Desgleichen auch zu den hitzigen Augen / man soll aber jederzeit Morgens und Abends fürnemlich einen guten Schluck darvon thun: Man kann auch die Wasser gebrauchen wider die Verstopfung der Leber / auch zu der Gelbsucht/...“
Mit wissenschaftlichem Namen wird der Augentrost mit Euphrasia officinalis bezeichnet. Der Begriff Euphrasia kommt aus dem griechischen und heiß übersetzt Frohsinn, Wohlbefinden. Der Artname officinalis vereist auf die Verwendung als Heilkraut. Andere deutsche Namen waren zum Beispiel Wegleuchte, Wiesenwolf, Milchdieb und auch Herbstblümel.