Johannisbeeren

Ribes rubrum, Ribes nigrum Stachelbeergewächse

Bestimmungsmerkmale:
Die Sträucher werden 1 - 2 hoch, tragen 3 - 5fach gelappte Blätter und gelblich grüne Blüten, die in Trauben hängen. Die Blütezeit ist von April - Mai. Die Früchte reifen im Juli - August heran. 
Die Weiße Johannisbeere ist keine eigene botanische Art, sondern eine Zuchtform der Roten Johannisbeere. In den Alpen findet man noch die Alpen-Johannisbeere (Ribes alpinum), deren Früchte etwas fade schmecken und daher nicht als Obst Verwendung finden. Als Ziersträucher gibt es ferner die Gold-Johannisbeere (Ribes odoratum) und die Blut-Johannisbeere (Ribes sanguineum), auch diese Früchte werden nicht als Obst genutzt. Eine Kreuzung aus Schwarzer Johannisbeere und Stachelbeere trägt den Namen Jostabeere, ihre Früchte sind schwarz und deutlich größer als die der Schwarzen Johannisbeere.

Standort und Verbreitung:
Die Schwarze Johannisbeere findet man bisweilen zerstreut im Tiefland, am Mittelrhein und, wenn auch selten, im Alpenvorland. Sie bevorzugt humushaltigen Lehmboden.
 

Giftstoffe, Wirkung und Symptome:
Johannisbeeren sind durchweg ungiftig.

Heilwirkung und Medizinische Anwendung:
Johannisbeeren haben alle einen hohen Anteil an Vitaminen und Mineralstoffen sowie an Flavonoiden (sekundäre Pflanzensstoffe), die möglicherweise eine tumorhemmende Wirkung zeigen. Schwarze Johannisbeeren enthalten 130 mg Vitamin C in 100 g, Rote Johannisbeeren etwa 30 mg Vitamnin C auf 100 g. Schwarze Johannisbeerblätter zeigen positive Wirkung bei Rheuma und Gicht, da sie wassertreibend sind. Schmerzattacken werden nach kurmässigem Einsatz reduziert.
Der hohe Vitamin C-Gehalt bietet Schutz vor freien Radikalen. Die Rote Johannisbeere stärkt ebenfalls das Immunsystem, aktiviert den Zellstoffwechsel, schützt die Schleimhäute und wirkt beruhigend auf die Nerven. Vitamin C muss dem Organismus immer wieder zugeführt werden, da der Mensch die Ascorbinsäure selbst nicht produzieren und auch kein Depot dafür anlegen kann, wie es beispielsweise bei Vitamin B12 möglich ist. Deshalb ist es umso wichtiger, bei der Ernährung auf eine ausreichend große Vitamin C-Zufuhr zu achten. Unter Umständen kann es sinnvoll sein, Vitamin C zusätzlich in Form von Tabletten oder als Nahrungsergänzungsmittel zu sich zu nehmen. Regelmäßig vitamin-C-reiches Obst und Gemüse zu sich zu nehmen ist sehr wichtig, dennoch reicht die Vitamin-C-Zufuhr gewöhnlich nicht aus. Hierzu gibt es mittlerweile sehr seriöse Studien. Johannisbeeren zählen zu unseren wertvollsten Obstsorten.

Name:
Da die Früchte gewöhnlich am Johannitag (24.Juni) reif sind, tragen die Pflanzen den Namen Johannisbeere. Der gemeinsame Gattungsname Ribes war die arabische Bezeichnung für Pflanzen dieser Gattung, die Artnamen heißen rubrum für rot und nigrum für schwarz. Die Schwarze Johannisbeere nannte man auch Gichtbeere, Bocksbeere, Alpenbeere und Albeere. Die Rote Johannisbeere hieß auch Ribisl und Kostbeere.

Geschichtliches:
Die Schwarze Johannisbeere wird seit dem 16. Jahrhundert kultiviert, die Rote Johannisbeere seit Ende des 15. Jahrhunderts. Der Apotheker und Botaniker Tabernaemontanus (1520 - 1590) beschreibt in seinem Kräuterbuch die Wirkungen der Schwarzen Johannisbeere wie folgt: “Welchem Menschen die Zunge geschwollen wär / der solle sie reiben mit Johannisträubleinsafft / so fleusst der Speichel und Schleim heraus. Dieser Safft mit Rosenwasser vermischt / und sich damit gegurgelt / ist gut wider das geschwollene Zäpflein. Befestiget die wacklende Zähn / und stärcket das Zahnfleisch: So man an die Stirn streicht / hilfft es den trieffenden Augen.”