Das 1 × 1 der Tulpenpflege

Die Tulpe ist eine der beliebtesten Zierblumen. Nicht umsonst sind die Niederlande so für ihre Kultivierung und den Verkauf von Tulpen bekannt. Überall werden sie in Blumendekorationen und als Geschenk genutzt. Sie sind Zeichen für Liebe und Zuneigung und lassen uns an den Frühling und seine positiven Assoziationen denken. Wer sich diese Schönheit in den Garten holen möchte, bekommt hier Tipps zu ihrem Anbau und ihrer Pflege.

Geschichte der Tulpe

Die ersten Erwähnungen der Tulpe kommen aus Schriften des Mittleren Ostens. Ihre Kultivierung wurde im Laufe der Zeit von den Persern an die Türken übergeben. Im 16. Jahrhundert wanderte sie von der Türkei nach Mittel- und Westeuropa.

Daher stammt auch ihr Name. Tulipan, vom türkischen tülband bedeutet Turbanband und ist eine Bezeichnung des Volksmundes aufgrund der Form der Blüten. In der Schrift wurde sie von Persern und Türken als Lalé bezeichnet. Dass die Tulpe bei uns Tulpe heißt, ist ein Missverständnis in der Übertragung zwischen den Sprachen.

Schon gegen Ende des 16. Jahrhunderts war Holland das Zentrum für die Pflanze. Die Beliebtheit der Blume entwickelte sich steil. Ihre Vorliebe unter den wohlhabenden Menschen machte sie zu einem Spekulationsobjekt und führte zu der sogenannten Tulpenmanie. Der kommerzielle Handel steigerte die Preise von Tulpenzwiebeln derart, dass er mit den teuersten Häuserpreisen an der Amsterdamer Gracht mithalten konnte. Erst nach dem Markteinsturz von 1637 normalisierten sich die Preise wieder.

Besonderheit Tulpenzwiebel

Die Tulpe bildet als Überdauerungsorgan eine Zwiebel. Sie erinnert von Aufbau und der Optik an unsere gebräuchlichen Küchenzwiebeln. Man sollte sie aber nicht damit verwechseln. Sie enthalten den Stoff Tulipanin, der Erbrechen, Magenkrämpfe und Darmbeschwerden auslöst. Dennoch sind die Zwiebeln in der Vergangenheit in Notzeiten verzehrt worden. Im Hungerwinter am Ende des Zweiten Weltkriegs starben etliche Menschen in den Niederlanden an Hungersnot.

Da die West-Niederlande vom Rest Europas abgeschnitten waren, hatten sie wenige Versorgungsmittel, außer der Blumen, die von ihnen als Exportführer von Tulpen in großen Mengen gelagert waren. Sie wurden nach speziellen Zubereitungsanweisungen angerichtet und gegessen. Bis zu 4 Zwiebeln kann man als erwachsener Mensch mit Vorsicht verkraften.Schmecken sollen sie nach etwas zwischen Zwiebeln und Kartoffeln.

Tulpen pflanzen

Tulpen sind winterhart. Das heißt sie überstehen auch niedrige Temperaturen. Experten raten, die Zwiebeln sogar schon im Herbst einzupflanzen, da sie dann im Frühling bereits so in das Erdreich integriert sind, dass sie umso kräftiger blühen.

Blütezeit

Es gibt viele Tulpenhybriden, weshalb sich die Blütezeiten unterscheiden können. Grundsätzlich sind sie aber Frühjahrsblüher. Wer seinen Garten so gestalten möchte, dass er den ganzen Frühling über Tulpenblüten hat, kann sie nach gestaffelter Blütezeit anpflanzen. 

Die Faustregel hierfür lautet:

  • Kleine, simple Blüten blühen früh.
  • Große, geringelte und gerüschte Blüten blühen spät.

Wie lange Tulpen blühen hängt mit ihrer Pflege und dem Wetter zusammen. Sie können besser mit Kälte und Nässe umgehen als mit Hitze und Trockenheit.

Tulpen sind prinzipiell mehrjährige Pflanzen. Ob und wie schön sie ein zweites Mal wachsen hängt mit der Qualität des Bodens, der Tulpenpflege und ihrer Züchtung zusammen.

Was tun, wenn die Tulpe verblüht ist?

Ist die Tulpe verblüht, kann man ihren Kopf abschneiden. Damit verhindert man, dass die Pflanze Energie darauf verschwendet, neue Samen bilden zu wollen. Lässt man die Blätter stehen, kann sich die Zwiebel noch weiter Energie aus ihnen ziehen. Dabei ziehen sich die Blätter zusammen. Wenn sie vollkommen eingezogen sind, kann man sich dazu entscheiden, ob man die Zwiebel im Boden lässt oder für das nächste Jahr zwischenlagert.

Tulpenzwiebeln lagern

Wer sicher gehen möchte, dass die Tulpenzwiebel ein weiteres Mal austreibt, kann sie aus dem Boden nehmen und lagern. Damit verhindert man, dass sie bei Dauerregen und Staunässe verrottet. Nachdem die Blätter der Tulpe vollständig abgestorben sind, lockert man durch die Grabegabel den Boden auf. Durch eine Handschaufel kann man die Blumenzwiebeln nun aus der Erde heben. Dabei muss man darauf achten, so viele Wurzeln wie möglich intakt zu halten.

Vor dem Einlagern schneidet man die Laubreste der Pflanze ab und reinigt die Zwiebel mit einem Pinsel vollständig von der Erde. So kann man sehen, wo vielleicht schon verrottete Stellen entstanden sind und die betroffenen Zwiebeln entsorgen. Um die gesunden Zwiebeln aufzubewahren, braucht man am besten eine kühle Temperatur von 5 bis 10 Grad und eine gute Luftzirkulation.

Das geht zum Beispiel in einem kühlen Lagerraum mit:

  • einer mit Papier, trockenem Sand oder Torfmull ausgelegten Holzkiste.
  • einem Gitterrost.
  • durchlässigem Vlies eingeschlagen.