Gartenhäcksler für den eigenen Garten – worauf sollte man beim Kauf achten?

Im Herbst ist er überall zu hören: der Gartenhäcksler. Doch Gartenhäcksler müssen nicht laut sein, tatsächlich sind Geräte im Handel, die eine reduzierte Geräuschentwicklung aufweisen. Es handelt sich dabei um Walzenhäcksler, die durch ihre besondere Technik Lärm vermeiden. Große Messer-Häcksler sind zwar lauter, doch sie arbeiten so schnell, dass die Lärmbelästigung nach kurzer Zeit schon wieder vorbei ist. Welcher Häcksler ist der richtige? Worauf Gartenbesitzer beim Kauf achten sollten ist jetzt Thema.

Walzenhäcksler ziehen Äste ein und zermalmen sie

Walzenhäcksler überzeugen mit einer zufriedenstellenden Leistung und einer geringen Geräuschentwicklung. Die Drehzahl liegt ungefähr bei 40 Umdrehungen pro Minute. Das wirkt sich günstig auf die Lautstärke aus. Man nennt sie aufgrund der geringen Lärmentwicklung auch Leisehäcksler.

Ein Walzenhäcksler zieht die Äste zwischen eine Walze und eine Metallplatte. Falls das Walzwerk verstopft, gibt es einen Rückwärtslauf. Das entstehende Schnittgut wird gespalten, was sich positiv auf den Verrottungsprozess auswirkt. Ein Walzenhäcksler zieht die Äste selbsttätig ein, nachdem sie in die Öffnung geführt wurden. Die Zweige einer Zaubernuss oder Forsythie gehen bei Geräten, die für Astdicken bis 4,5 cm geeignet sind gut durch. Dickere Äste wie beispielsweise von der Baumhasel, von Obstgehölzen und anderen Bäumen, erfordern Geräte mit größeren Öffnungen. Wichtig zu wissen: Es fehlt bei elektrisch betriebenen Geräten mitunter die Kraft, um Äste mit großem Querschnitt zuverlässig zu häckseln. Bezinbetriebene Motorhäcksler sind dann die bessere Wahl.

Messerhäcksler

Ein Messerhäcksler verfügt über einer Schwungscheibe, die mit geschärften Klängen versehen ist. Mit diesen scharfen Klingen schreddert das Gerät die Äste in kleine Stücke.  Heraus kommen kleine Holzstücke, die zum Mulchen ideal sind, weil sie sich nur langsam zersetzen. Messerhäcksler sind schnell und in der Regel auch günstiger in der Anschaffung. Nachteilig ist aber die Lärmentwicklung, denn Messerhäcksler sind wesentlich lauter als Walzenhäcksler. In einem Privatgeraten mit angrenzenden Nachbargärten kann das für Ärger sorgen.

Benzin oder Elektro?

Für Gärten ohne Stromanschluss empfehlen sich Benzinhäcksler. Sie sind leistungsstärker und zerkleinern das Geäst effizienter als strombetriebene Geräte. Sie verfügen über einen Viertaktmotor und weisen Leistungen zwischen 6 und 10 PS auf. Auch, wenn viel Schnittgut gehäckselt werden muss, sind Benzinhäcksler vorzuziehen. In einem kleinen Privatgarten, der vorwiegend mit Sträuchern bepflanzt ist, sind elektrische Häcksler in der Regel ausreichend.

Safety first: Hauptkriterium Sicherheit

Die Sicherheit steht bei der Auswahl eines Häcksler ganz oben auf der Liste. Arbeitshandschuhe, Schutzbrille und festes Schuhwerk sind im Umgang mit einem Häcksler unerlässlich. Ein Augenschutz darf auch nicht fehlen, weil die Äste unter dem Druck der Walzen hin und her schlagen können. Es drohen Gesichts- und Kopfverletzungen. Der Gehörschutz bei der Arbeit mit einem Häcksler ist ebenfalls nötig, weil manche Geräte enorm laut sind. Zur Orientierung ein Blick in die Dezibel-Kunde: Ein Wert von 90 dB entspricht der Lautstärke eines vorüberfahrenden Zugs, 100 dB entspricht einem Presslufthammer in etwa 10 m Entfernung und 110 dB kommen der Lärmemission einer Kreissäge gleich.

Bezogen auf den Häcksler bedeutet Gerätesicherheit folgendes:

  • Das Gerät muss standfest sein, was einen stabilen, breiten Rahmen voraussetzt.
  • Die Standfüße müssen eine große Auflagefläche aufweisen und dürfen nicht wackeln. Fest montierte Transportrollen sind dafür nötig.
  • Der Schacht, der die Hölzer zum Walzwerk führt, muss so bemessen sein, dass Kinderhände nicht hineingelangen können.
  • Auch dürfen die Messer im Auswurfschacht nicht mit den Händen erreichbar sein.
  • Eine automatische Geräteabschaltung beim Herausziehen des Fangkorbs sollte das Gerät ebenfalls aufweisen.
  • Läuft der Motor heiß oder wird die Maschine abgeschaltet, muss der Motor praktisch sofort zum Stillstand kommen.
  • Eine Wiederanlaufsicherung verhindert den sofortigen Weiterlauf, wenn Nutzer das Schneidwerkzeug reinigen.

Tipp: Beim Anschließen eines elektrisch betriebenen Häckslers ist es ratsam kurze Kabel zu nutzen. Je länger ein Kabel ist, desto mehr Spannungsabfall müssen Nutzer hinnehmen. Das schlägt sich in einer verminderten Leistung nieder. Spritzwassergeschützte Kabel-Ausführungen sind beim Arbeiten im Garten sehr zu empfehlen.

 

Auswahlkriterien für einen Gartenhäcksler im Überblick

Um erden die einzelnen Auswahlkriterien noch einmal im Überblick gezeigt, denn sie bestimmen letzten Endes den Preis.

Antriebsart
Elektro-Häcksler  haben grundsätzlich weniger Kraft als vergleichbarer Benzin-Häcksler. Für Sträucher mit geringen Astdicken reichen sie aus. Benzinmäher haben mehr Kraft und können auch dickere Äste mühelos schneiden.

Schneidwerk

Walzenhäcksler zerquetschen die Äste. Das Häckselgut zersetzt sich schneller und ist zum Kompostieren gut geeignet. Walzenhäcksler arbeiten vergleichsweise langsam und leise. Sie ziehen das Häckselgut automatisch ein und zerkleinern es kontinuierlich. Nutzer können während des Zerkleinerungsvorgangs Nachschub holen.

Messerhäcksler schneiden die Äste in flache Chips. Das Häckselgut ist zum Abdecken von Beeten geeignet, allerdings sind Messerhäcksler lauter. Außerdem werden die Äste aktiv in das Häckselwerk gesteckt und so lange manuell geführt, bis sie zerkleinert sind. Zwar arbeitet der Messerhäcksler schneller, doch der Arbeitsablauf ist weniger fließend als beim Walzenhäcksler.

Aststärke

Geräte, die Äste mit einer Stärke von 4 bis 5 Zentimeter schneiden können, sind für Gärten geeignet, in denen vorwiegend Sträucher wachsen. Dickere Äste lassen sich mit ihnen nicht schreddern. Es gibt Modelle, die Äste mit einem Durchmesser von 10 bis 12 Zentimeter schreddern können. Diese verbrauchen in der elektrischen Variante vergleichsweise mehr Strom.

Einstecköffnung

Der Durchmesser der Einstecköffnung bestimmt darüber, wie dick die Äste sind, die damit geschreddert werden können. Ein Gerät mit einer hohen Wattzahl bringt nichts, wenn die Einstecköffnung zu schmal ist.

Watt

Die Wattzahl steht in Verbindung mit der Leistungsaufnahme und sagt etwas darüber aus, wie viel Strom ein Gerät verbraucht. 1000 W bedeutet einen Stromverbrauch von 1 kWh/h. Außerdem gilt das Prinzip: Je höher die Wattzahl, desto dickere Äste lassen sich zerkleinern.

Fangkorb

Transparente Fangkörbe lassen einen Blick ins Innere zu. Ist der Korb voll, kann er rechtzeitig ausgeleert werden. Das verhindert einen versehentliches Verstopfen des Häckselwerks aufgrund eines übervollen Fangkorbs. Außerdem  ist ein großer Fangkorb besser als ein zu kleiner, weil die Arbeit nicht so oft unterbrochen werden muss.

Standfestigkeit

Ein sicherer Stand wird durch einen stabilen Rahmen und breite Aufsatzpunkte definiert. Die Rollen des Häcksler müssen fest installiert sein und dürfen nicht wackeln.

Eigengewicht

Das Gerät sollte ein Eigengewicht von 30 kg oder mehr mitbringen. Bei zu leichten Geräten besteht die Gefahr, dass diese während der Arbeit umkippen.

 

Bilder:

pixabay.com © ekm-mittelsachsen (CC0 Creative Commons)
pixabay.com © veryhighfrequencydesign (CC0 Creative Commons)
pixabay.com © modestpudding (CC0 Creative Commons)