Trend „Urban Gardening“

So funktioniert das Gärtnern in der Stadt

Man merkt es fast überall. Der Mensch sehnt sich mehr nach der Natur und zwar auch innerhalb von urbanen Ballungsgebieten. Das ist wohl einer der Gründe, warum sich in den vergangenen Jahren immer mehr Stadtbürger an dem sogenannten „Urban Gardening“ versuchen. Dabei wird der kleinste Raum, wie beispielsweise der Balkon oder die Terrasse dazu genutzt, um eigenes Obst, Gemüse oder Kräuter anzubauen. Das ist nicht nur gut für die Umwelt, sondern sogar auch richtig lecker und man kann noch den ein oder anderen Euro zusätzlich im Supermarkt sparen.

Was ist Urban Gardening?

In erster Linie geht es dabei darum, die Stadt mit Pflanzen etwas grüner zu machen. Viele Städte fördern das Urban Gardening sogar und bieten rund um die Rathäuser entsprechende Flächen und Hochbeete an, an denen sich die Bürger austoben und natürlich bei Bedarf bedienen können. In Deutschland und auf der ganzen Welt gibt es bereits mehrere sogenannte „Essbare Städte“.

Selbstverständlich kann man auch selbst seine eigenen Pflanzen anbauen. Dazu braucht man lediglich ein wenig freie Fläche in seiner Stadtwohnung, beispielsweise in Form eines Balkons oder einer Terrasse. Selbst auf dem Fensterbrett ist es schon möglich zumindest kleinere Obst- und Gemüsesorten anzubauen

Wenn man zum ersten Mal ein solches Projekt beginnt, sollte man allerdings nicht allzu enttäuscht sein, falls die ein oder andere Pflanze nicht den gewünschten Ertrag bringt. Denn nicht jedes Gemüse kommt mit jedem Standort zurecht und da der Platz beim Urban Gardening nun einmal sehr begrenzt ist, muss man in der Regel erst einmal ausprobieren, welche Pflanzen am jeweiligen Ort auch richtig gedeihen.

Welche Pflanzen will ich anbauen?

Hier muss man einige Faktoren mit einbeziehen. Dazu gehören der verfügbare Platz, die Lage dieses Platzes und natürlich die Zeit, in der gepflanzt werden soll. Wer sehr wenig Platz hat, sollte sich zunächst auf das Pflanzen von Kräutern konzentrieren. Dazu braucht man lediglich einen Blumentopf mit ausreichend Platz. Petersilie, Minze oder Rosmarin sind sehr dankbar und vor allem pflegeleicht, da sie nicht so häufig gegossen werden müssen und quasi fast von selbst gedeihen.

Wer etwas mehr Platz auf seinem Balkon oder seiner Terrasse hat, sollte über Blattsalat, Gurken oder Tomaten nachdenken. Dabei werden die Samen bereits im März in der Wohnung gesetzt. Wenn der Frost in der Nacht dann etwa Mitte Mai vorbei ist, kann man sie getrost rausstellen. Gleiches gilt für die Zucchini. Vor allem im Sommer können davon sogar gleich mehrere pro Woche reifen.

Will man mehrere Pflanzen in einem größeren Topf anbauen, sollte man darauf achten, dass sie sich vertragen. Petersilie und Schnittlauch mögen sich beispielsweise gar nicht. Salbei und Rosmarin haben sich ganz gern. Mehr Tipps dazu findet man unter anderem auch im Gratis Gartenratgeber. Hier bekommt man weitere Informationen, wie beispielsweise „Welche Erde sollte man benutzen?“ und „Welche Rolle spielt ihr PH-Wert?“

Worin wird gepflanzt?

Jedes Pflänzchen braucht sein Töpfchen. Häufig läuft man allerdings Gefahr, dass man sich für zu kleine Gefäße für seinen urbanen Garten entscheidet. Natürlich sollte man es nicht mit der Größe übertreiben, aber dennoch sollte man eine gewisse Mindestgröße einhalten. Wenn man beispielsweise einen richtig prachtvollen Basilikum hochziehen möchte, sollte der Topf schon einen Durchmesser von mindestens 25 Zentimetern haben.

Wenn etwas mehr Platz auf dem Balkon oder der Terrasse vorhanden ist, wäre auch ein Hochbeet eine Überlegung wert. Erstens hat man viel Platz zum Gärtnern und das auf einer zusammenhängenden Fläche. Außerdem ist das Arbeiten an Hochbeeten sehr rückenschonend. Für Pflanzen schafft man ebenfalls bessere Verhältnisse, da die verschiedenen Bodenschichten und Verrottungsprozesse für eine erhöhte Bodentemperatur sorgen, die wiederum die Pflanzen schneller gedeihen lässt.

Auch schön, wenn man eher in die Höhe, als in die Breite gehen will, sind sogenannte Kräuterregale. Dabei werden die Pflanzen auf mehreren Etagen angepflanzt und das spart natürlich Platz, was vor allem für kleinere Balkone von Vorteil ist.

Was haben die Bienen damit zu tun?

Den Bienen der Welt geht es momentan nicht allzu gut. Doch mit Urban Gardening trägt man ein stückweit dazu bei, dass eine Besserung eintritt. Allerdings nur, wenn man auf chemische Produkte, wie beispielsweise Unkrautvernichter oder ähnliche Produkte verzichtet. Dann werden die fleißigen Tierchen dem urbanen Garten auf dem Balkon auch einen Besuch abstatten, sich selbst mit Nahrung versorgen und im Gegenzug die vorhandenen Obst- und Gemüsepflanzen bestäuben. Denn die Biene ist wichtig für den Menschen und nach dem Schwein und dem Rind das wichtigste Nutztier. Ohne die Bienen würde eine gewaltige Lebensmittelkrise auf uns zukommen.

Nichts wird weggeworfen

Zum Urban Gardening gehört selbstverständlich die Ernte. Doch was ist, wenn plötzlich alles auf einmal reif wird?! Es wird nichts weggeworfen, das steht fest. Jetzt heißt es entweder die Früchte der Gartenarbeit verschenken oder haltbar machen. Gemüse wird eingefroren oder eingemacht. Das Obst wird zu Kompott verarbeitet und der prächtige Basilikumstrauch wird zu einem leckeren Pesto verarbeitet.

 

Bild 1: unsplash.com, © Torsten Dederichs
Bild 2: unsplash.com, © Markus Spiske