Wohlfühltrend für Selbstständige: Das Home-Office wird zum Garden-Office

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Das Garden-Office erfreut sich wachsender Beliebtheit. Immer häufiger wird das Home-Office nach draußen verlegt,
sodass man während des Arbeitens am PC den Blick ins Grüne genießen und ein Stückchen Natur erleben kann.

Die Arbeit von zu Hause aus wird immer beliebter. Eine wachsende Zahl von Arbeitnehmern aber auch Selbstständigen setzt mittlerweile auf Home-Office. Kein Wunder: Schließlich wünschen sich 96 Prozent der Befragten einer aktuellen Bitkom-Studie, ihre Arbeitszeit freier einteilen zu können und 82 Prozent sehnen sich nach einer besseren Vereinbarkeit ihres Berufes mit dem Familienleben. Inzwischen setzt sich dabei ein neuer Trend durch: Statt der Arbeit aus den eigenen vier Wänden heraus, gehen immer mehr Menschen dazu über, ihr Büro nach draußen zu verlagern. Aber welche Vorteile bringt die Büroarbeit im Garden-Office mit sich? Welche baulichen Maßnahmen sind zu treffen und was muss bereits bei der Planung bedacht werden?

Garden-Office: Vorteile der Büroarbeit im Grünen

Als große Vorteile des Home-Office im Allgemeinen werden das Einsparen von Benzinkosten und Fahrtzeiten, die größere Flexibilität bezüglich der Arbeitszeiten und die Option betrachtet, hin und wieder seine Arbeit unterbrechen zu können, um sich stärker dem Partner bzw. der Familie zu widmen. Ein Garden-Office bietet darüber hinaus den Vorteil, dass man dennoch etwas Abstand zum Rest des Haushalts nehmen kann, sollte man sich für eine Weile ganz ungestört auf die Arbeit konzentrieren müssen. Auch wenn Geschäftspartner vorbeischauen, kann es von Vorteil sein, über ein abgegrenztes Territorium zu verfügen, in dem man seine Termine nicht nach den Schlafenszeiten der Kleinen ausrichten oder zuerst noch die Spielsachen vom Wohnzimmertisch räumen muss. Der Blick aus dem Fenster ins Grüne und die Möglichkeit, die Fenster weit zu öffnen, die frische Luft zu spüren und das Zwitschern der Vögel zu hören, trägt sein Übriges zu einer angenehmen Arbeitsatmosphäre bei.

Das eigene Büro bauen: Darauf sollte geachtet werden

Generell lohnt sich ein Garden-Office vor allem für diejenigen, die bereits einen größeren Garten besitzen und über eine ungenutzte Ecke oder einen ausreichend großen, freien Bereich verfügen. Ein Einzelbüro sollte laut Arbeitsstättenverordnung mindestens acht bis zehn Quadratmeter groß sein. Wer ein kleines Badezimmer oder gar einen Konferenz- bzw. Kundenbereich plant, sollte zusätzlichen Platz einkalkulieren. Je nach individuellen Anforderungen und Innenausstattungsideen sowie verfügbarem Garten-Raum, können die Maße des Büros größer angesetzt werden. Vorab sollte man klären, ob zur Errichtung des Gartenbüros eine Baugenehmigung nötig ist.

Das richtige Fundament

Grundlage jedes zu errichtenden Gebäudes ist ein stabiles und langlebiges Fundament. Dazu empfiehlt es sich, die geplante Grundfläche zunächst mit Pflöcken zu markieren. Diese sollte daraufhin etwa 40 Zentimeter tief ausgehoben und mit Holzschalungen dicht eingefasst werden, bevor ein circa 15 Zentimeter hohes Kiesbett aufgeschüttet und mit einer Rüttelplatte befestigt wird. Wer keine Schalung aus Holz möchte oder das Fundament des Gartenhauses weiter oberhalb und zum Teil sichtbar gestalten will, kann auch Kellerwandsteine oder ähnliche Einfassungen nutzen. Eine Polyethylen-Folie auf dem Kies schützt vor Bodennässe und Beschädigungen durch Frost. Auf dieser Folie sollten punktuell Stützen bzw. Steine (z.B. Pflastersteine) platziert werden, auf denen man wiederum Stahlmatten verteilt, die später zusätzliche Stabilität bieten. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass die Matten nicht über den markierten Bereich hinausragen. Anschließend wird eine etwa 25 Zentimeter hohe Betonschicht in die Schalung gegossen, die mit Hilfe eines Abziehers begradigt wird. Grundbalkenträger sollten bereits in den flüssigen Beton integriert werden.

Den Rohbau errichten

Wände, Böden und Dach lassen sich gut mithilfe von Balken, Pfosten, wetterfesten OSB-Platten, Brettern und Dachsparren errichten und mit wetterfester Farbe gegen die Witterung schützen. Das Dach kann mit Ziegeln oder Schindeln gedeckt oder mit Stegdoppel-, PVC-Well- oder Polycarbonatplatten versehen werden. Bei der Außengestaltung sind der eigenen Kreativität kaum Grenzen gesetzt, die Wandstärke sollte allerdings immer mindestens 40 Millimeter betragen. Wer nicht unbedingt selbst Hand anlegen möchte, kann sich auch ein Gartenhausmodell inklusive Aufbauservice bestellen. Es sollte jedoch darauf geachtet werden, dass genügend Tageslicht und Frischluft in den Innenraum gelangt, weshalb ausreichend große Fenster eingeplant werden müssen, die sich bei Bedarf öffnen lassen. Bestenfalls sollten diese doppelt verglast sein, um eine umfassende Isolierung zu gewährleisten und Kältebrücken sowie Schimmel- und Kondenswasserbildung zu vermeiden. Wände, Dach, Böden, Fenster- und Türrahmen sollten ebenfalls gut isoliert werden.

Die richtige Ausstattung des Garden-Office

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Um sich in seinem Garden-Office auch wirklich wohlzufühlen, können Pflanzen integriert und geeignete Farben gewählt werden. Auch große Fenster für einen freien Blick in den Garten bringen einen der Natur ein Stückchen näher.

Während die einen es bevorzugen, lediglich einen großen Büroraum zu gestalten, wünschen sich andere ein zusätzliches kleines Badezimmer, das auch von Gästen genutzt wird oder eine kleine Küchennische, in der man Kaffee und Tee oder kleine Snacks zubereiten kann. Sollten mehrere Räume angelegt werden, können Trockenbauwände eine gute Lösung sein, um die Bereiche voneinander abzutrennen. Die Wahl der Wandfarbe kann die Arbeit im Büro mitunter beeinflussen. So wirken beispielsweise grüne Töne, die sich außerdem gut in das Gartenthema des Garden-Office einfügen, beruhigend, natürlich und erholsam. Violett regt die Fantasie und die Kreativität an und Grau wirkt sachlich und professionell, weshalb es sich vor allem für einen kleinen Gästebereich eignet.

Für ein angenehmes Raumklima sorgen Heizkörper, Fußboden- bzw. Deckenheizungen oder ein Kamin. Um eine bürofreundliche Luftfeuchtigkeit zu schaffen, sollte regelmäßig gelüftet werden. Auch ein Luftbefeuchter kann eine sinnvolle Anschaffung für das neue Büro sein.Neben Tageslicht sollte für ausreichende künstliche Beleuchtung gesorgt werden. Eine Schreibtischlampe ist außerdem Pflicht. Um einen ergonomischen Arbeitsplatz einzurichten, sollte man sich vorab über die optimalen Abstände zwischen Bildschirm und Augen, Knien und Schreibtischplatte, etc. sowie gegebenenfalls über Produkte, wie höhenverstellbare Schreibtische und Stühle, Laptopständer und Fußbänke informieren. Da viele Menschen im Durchschnitt mehr als sieben Stunden an ihrem Büroarbeitsplatz verbringen, ist es ratsam vor allem in die Ergonomie des Arbeitsplatzes und insbesondere in einen rückenschonenden Stuhl zu investieren.

Um ein Garden-Office gestalterisch abzurunden, können auch Pflanzen in das Büro integriert werden. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Orangenbaum? Die kleinen Bäumchen sehen nicht nur hübsch aus, sondern das ätherische Öl, das die Schale der Orangen verströmt, fördert auch noch die Konzentration. Kakteen oder Bonsaibäume, wie Ginkgo biloba oder chinesische Liguster, sind ebenfalls beliebte Büropflanzen. Wer nach einer rankenden Pflanze sucht, dem seien Philodendren oder Efeu empfohlen.