Liebstöckel
Levisticum officinale
Liebstöckel wächst bei uns im Prinzip nur als Gartenpflanze.
Seine Heimat ist Südeuropa und Westasien.
Der gelb blühende Doldenblütler wächst bis zu 2 m hoch und blüht von Juli bis August.
Liebstöckel wird in erster Linie als Gewürz verwendet, ist aber auch ein Heilkraut.
Durch sein ätherisches Öl wirkt er wassertreibend. Der höchste Anteil ätherischen Öls findet sich in der Wurzel. Gewöhnlich wird die Wurzel aber als Droge nicht alleine verwendet, sondern ist Bestandteil von Teemischungen. Weiterhin findet man Liebstöckel in Magen- und Blutreinigungstees.
Schwandere sollten den Tee nicht einnehmen.
Die Volksmedizin nutzte die Pflanze bei Magen- und Verdauungsbeschwerden, bei Blasen- und Nierenleiden, gegen Rheuma und Gicht sowie bei Menstruationsstörungen.
Im Mittelalter wurde immer wieder versucht aus dem Liebstöckel einen potenzsteigernden Liebessaft zu bereiten, allerdings ohne Erfolg. Möglicherweise kommt daher auch der deutsche Name und weitere Bezeichnungen waren Liebstängel, Lustrohr und Liebrohr.
Auch mit Maggikraut wird der Liebstöckel bezeichnet, da sein Geschmack ein wenig an das Maggigewürz erinnert. Allerdings enthält Maggi keinen Liebstöckel.
Als Gewürz verwendet man den Liebstöckel vor allem in Eintöpfen, hier ist es wichtig, dass das Kraut mitgekocht wird, aber auch in Soßen, zu Eiergerichten und Pfifferlingen. Man sollte aber mit der Dosierung vorsichtig sein, weil man sich sonst schnell durch zu viel Würze, das Gericht verdirbt.
Ein Koch zur Zeit Karls des Großen soll gesagt haben: Liebstöckel macht einen guten Magen und vertreibt die Winde.
Die Pflanze wird auch zur Aromatisierung von Kräuterschnäpsen und Likören verwendet.
Levisticum officinale ist der botanische Name. Der Artname officinale verweist auf die offizielle Verwendung als Heilpflanze, bei Levisticum, ist es nicht ganz so klar. Entweder stammt der Name von Libysticum, was lybisches Kraut bedeutet oder von Ligusticum mit Verweis auf das Vorkommern in Ligurien, einer italienischen Küstenregion.


