Schmalblättriges Weidenröschen

Epilobium angustifolium

Das Schmalblättriges Weidenröschen ist eine imposante Staude, also eine Pflanze die mehrjährig wächst mit einer Wuchshöhe bis zu 1,80 m, selten bis zu 2 m.
Man nennt sie auch Staudenfeuerkraut, da ihre roten Blüten, insbesondere in großen Beständen wie Feuer aussehen. So würde ich das interpretieren. Allerdings heißt sie in Alaska und Kanada Fireweed, zu Deutsch Feuergras, da sie sich nach Waldbränden auf den abgebrannten Stellen schnell ausbreitete.
Die Pflanze trägt 4 Blütenblätter, die erscheinen von Juli – August.
Man findet das Schmalblättriges Weidenröschen meist auf kalkarmen, steinigen und sandigen Böden, auf Ödland, an Waldrändern, Lichtungen, Waldwegen und auf Schotter.
Nach dem Krieg, verbreitete sich das Schmalblättrige Weidenröschen schnell auf den Trümmergrundstücken. So nannte man sie in der Zeit auch Trümmerblume.
Die Pflanze findet man recht häufig, in den Alpen bis 2200 m und sie ist auf der gesamten Nordhalbkugel verbreitet.
Die Samen besitzen Flughaare, so wie auch der Löwenzahn, man nennt die auch Schirmchenflieger, und sie können daher weite Strecken, bis zu 10 km und mehr, zurücklegen. Daher kommt es, dass das Schmalblättriges Weidenröschen von einem Jahr auf das andere plötzlich größere Flächen besiedelt.
Die jungen Triebe und Blätter kann man als Wildgemüse essen, und sie werden wie Spargel zubereitet. Der Vitamin-C-Gehalt ist recht hoch, daher schmeckt das Weidenröschen säuerlich.
Das Schmalblättriges Weidenröschen hat auch Heilwirkungen. In der Volksheilkunde setzte die Menschen Wurzeln und Blätter gegen Prostatavergrößerung ein, durch ihren Schleimgehalt bei Magen- und Darmerkrankungen sowie auch zur Wundheilung.
Auf der russischen Halbinsel Kamtschatka isst man die gesamte Pflanze als Wildgemüse und bereitet aus den Blättern den sogenannten kurilischen Tee. Den kann man übrigens auch bei uns kaufen. Eine weitere Bezeichnung ist koptischer Tee. Er dient und diente oftmals als Ersatz für den Schwarzen Tee, dazu müssen die getrockneten Pflanzenteile aber fermentiert werden. Koptischer Tee enthält natürlich kein Teein, wie der Schwarztee.
Die Haida, ein kleines Indianervolk in Kanada nutze die äußeren Fasern der Stängel zum Weben von Schnüren, mit denen sie dann Fischernetzte herstellten.
Andere Amerikanische Ureinwohner vermischten die Samenhaare mit Ziegenwolle für Umhänge und Decken. Die Samenhaare verwendete man für Kissenfüllungen.
Die getrockneten Blätter wurden auch als Kräutertabak geraucht.
Weitere Bezeichnungen für das Schmalblättrige Weidenröschen waren St. Antonie-Kraut, Unholdenkraut, Krebsblume und in Ostfriesland nennt man sie auch Wilde Wilge.
Der botanische Name ist Epilobium angustifolium. Der Gattungsname Epilobium setzt sich zusammen aus den altgriechischen Worten epi für auf und lobion für Schote. Also aufrechte Schote. Angustifolium bedeutet schmalblättrig.