Pestwurz

Petatsites spec.

Pestwurzarten gehören zu den Frühblühern. Ihre Blütezeit beginnt im März bis April. Die gewöhnliche Pestwurz blüht rot und treibt, wie die anderen Pestwurzarten auch, erst die Blüte, und danach die Blätter. Diese sind bei der gewöhnlichen Pestwurz übrigens die breitesten unserer mitteleuropäischen Flora. sie erreichen einen Durchmesser bis zu 90 cm.
Man findet die Pflanze ziemlich häufig, da wo es nass ist. Also Ufern von Bächen und Flüssen und auf nassen wiesen. Sie bildet meist große Bestände.
Die gewöhnliche Pestwurz wird 15 cm bis 1 Meter 50 hoch und gehört zu den Korbblütlern.
Ihr Name rührt übrigens daher, weil man im Mittelalter versuchte, mit ihr die Pest zu heilen. Denn die Pestwurz ist schweißtreibend. So nahm man an, dass mit dem Schweiß auch die Pest, den Körper verlässt.  Die zu Pulver zermahlene Pflanze wurde direkt verabreicht oder dem Wein beigemischt.
Auch die Ärzte der damaligen Zeit legten zerstoßene Pestwurz in ihre Pestmasken, wohl zum Schutz vor Ansteckung.
Der Apotheker und Botaniker Tabernaemontanus, er lebte 1520 bis 1590, empfiehlt die Gewöhnliche Pestwurz aber nicht nur bei der Pest, sondern auch bei Asthma. In der Tat ist das heute bestätigt.  Weiterhin wurde heutzutage festgestellt, dass Pestwurz entkrampfend auf den Verdauungskanal und den Harntrakt wirkt. Das schreibt auch Tabernaemontanus, … vor knapp 500 Jahren. Er vermerkt auch, dass das das Pulver der Wurzel gegen Würmer bei Kindern hilft und ebenso bei Pferden. Auch Geschwüre wurden mit der Pestwurz behandelt und zwar bereits im 1 Jahrhundert vor Christi von den Griechen und Römern, später aber auch im Mittelalter.
Besonders interessant ist aber die prophylaktische Wirkung bei Migräne. Hierzu kann man Medikamente kaufen und die Wirkung ist von der Deutschen Gesellschaft für Neurologie in zwei placebokontrollierten Studien belegt.
Wenn euch das interessiert, gebt in eine Suchmaschine einfach die Begriffe Pestwurz und Migräne ein. Nun ist es aber so, dass die Pestwurz eigentlich als Giftpflanze gelten muss, da sie Pyrrolizidinalkaloide (PAs)enthält. Das sind die gleichen Wirkstoffe wie im Jakobskreuzkraut. Alle die mit Pferden zu tun haben, sind gerade hellhörig geworden. Deshalb sollte Pestwurz nicht gesammelt und eingenommen werden. In pharmazeutischen Präparaten, z. B. denen gegen Migräne, sind die PAs allerdings entfernt worden.
Der botanische Gattungsname ist Petasites. Der kommt aus dem altgriechischen und bedeutet so viel wie breitkempiger Hut und spielt damit auf die Form der Blätter an.
Dann haben wir noch die Weiße Pestwurz. Die findet man in feuchten Wäldern und oft  in den Mittelgebirgen, an Stellen, wo es eine hohe Luftfeuchtigkeit gibt  Z. B. in der Nähe von Gewässern. In den Alpen findet man die Weiße Pestwurz eher zerstreut.
Nicht so die Alpen-Pestwurz, die ist in den Alpen häufig zu finden, sogar bis in Höhen über 2000 m.