Regenwasser im Garten nutzen: Zisternen als Wasserspeicher für Pflanzen

Wenn Sie im Garten mit Trinkwasser gießen, ist das teuer und ökologisch bedenklich. Regenwasser dagegen kommt gratis vom Himmel und ist für die meisten Pflanzen besser geeignet als Leitungswasser. Wer eine Zisterne gräbt, kann damit den Niederschlag von Dachflächen sammeln und sich einen Vorrat anlegen, der gerade in trockenen Sommermonaten den Unterschied zwischen vertrocknetem und gesundem Bestand ausmacht.

Warum ist Regenwasser besser für die Pflanzen?

Leitungswasser enthält je nach Region große Mengen Kalk. Die Wasserhärte wird in deutschen Härtegraden °dH angegeben. Wasser gilt bereits ab etwa 14 °dH als hart. Für kalkempfindliche Pflanzen wie Rhododendren, Hortensien, Azaleen oder Heidelbeeren ist das schlecht, denn der Kalk hebt den pH-Wert des Bodens an und behindert die Eisenaufnahme. Es tritt die sogenannte Chlorose auf, gelbe Blätter bei grün bleibenden Blattadern.
Regenwasser ist von Natur aus weich, also praktisch kalkfrei. Außerdem hat es meist die Umgebungstemperatur und erspart den Wurzeln den Kälteschock, den frisches Leitungswasser aus dem Hahn ihnen machen kann. Wer sich mit Planung und Dimensionierung von Speichersystemen näher beschäftigen möchte, findet auf wasserzisterne.de alles über die verschiedenen Bauarten und Einsatzmöglichkeiten.

Wie groß müssen die Zisterne sein?

Die Größe richtet sich nach drei Faktoren: der angeschlossenen Dachfläche, den örtlichen Niederschlagsmengen und dem tatsächlichen Wasserverbrauch im Garten. In Deutschland fallen im langjährigen Mittel etwa 789 Liter Niederschlag pro Quadratmeter und Jahr an, wie uns die Klimadaten des Deutschen Wetterdienstes mitteilen.
Eine grobe Rechnung genügt zur ersten Orientierung. Etwa 80 bis 90 Prozent des auf ein geneigtes Ziegeldach fallenden Wassers sind nutzbar, der Abflussbeiwert liegt hier etwa bei 0,8. Somit können wir theoretisch bei 700 l Jahresniederschlag und 100 Quadratmetern Dachfläche mit etwa 56.000 l Wasser jährlich rechnen. Für die rein gärtnerische Bewässerung rechnet man etwa mit 60 l pro Quadratmeter Beet- und Rasenfläche und Saison. Als Faustregel hat sich ein Speichervolumen bewährt, das den Wasserbedarf von etwa 3 Wochen Trockenheit abdecken kann; wer jedoch unsicher ist, wählt besser einen größeren Tank, denn wer zu knapp plant, hat bei größerer Trockenheit schnell einen leeren Behälter.

Filterung, Material und rechtlicher Rahmen

Bevor das Wasser in den Speicher gelangt, muss es gefiltert werden. Groben Schmutz halten Laubfänge im Fallrohr und ein Filterkorb auf, in der Zisterne selbst fällt Feinsediment zu Boden. Der Wasserentnahme dient ein schwimmender Saugfilter, der das klarste Wasser direkt unter der Oberfläche entnimmt. Im wesentlichen werden Betonzisternen und Kunststofftanks aus Polyethylen verwendet. Beton wirkt leicht ausgleichend auf den zu niedrigen pH-Wert des Regenwassers (Kalkgehalt), Kunststoff ist leichter und einfacher einzubauen. Für die Einleitung des Überschusswassers ins Erdreich gelten die Vorgaben der DIN 1989 zur Regenwassernutzung; auch sind die örtlichen Satzungen zu beachten. In vielen Gemeinden ist eine Versickerung genehmigungspflichtig, so dass sich ein Blick in die jeweilige Vorschrift unbedingt empfiehlt. Wer Regenwasser auch im Haus für Toilettenspülung und Waschmaschine nutzen will, muss die Leitungen streng vom Trinkwassernetz trennen und entsprechend kennzeichnen. Bei der rein gärtnerischen Nutzung genügt eine Pumpe und ein Zapfhahn. Eine Zisterne wird über die Jahre durch eingespartes Trinkwasser rentabel, und sie entlastet die Kanalisation bei Starkregen. Für jeden, der seinen Garten naturnah und ressourcenschonend pflegen will, ist gesammeltes Regenwasser die naheliegendste Lösung.